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Expertenfeindliches Klima?

(9. September 2006)


Abgelegt in: Fremdbeitrag, Wikipedia-News

(Mein letzter Beitrag handelte noch von ihm – ich hatte nicht erwartet ihn so schnell ein weiteres Mal in meinem Blog zu sehen…, Tim.)

Wikipedia schrieb Bertrand Meyer tot” – mit einer falschen Todesmeldung geriet die deutsche Wikipedia letzten Winter in die Schlagzeilen. Solche Malheurs hinderten den Schweizer Informatikprofessor jedoch nicht daran, kurze Zeit später unter dem Titel “Defense and Illustration of Wikipedia” eine eloquente Verteidigung der Wikipedia zu verfassen. Was eine gefälschte Todesnachricht nicht geschafft hatte, erreichte jedoch der Streit um den Artikel zu der von Meyer geschaffenen Programmiersprache Eiffel.

‘I no longer contribute to Wikipedia. I tried to make a substantial contribution, and was heckled down by incompetent zealots (”incompetent” is not my characterization: they were proud to trumpet their lack of knowledge of the subject matter, as it gave them more right to intervene in the article). Parnas et al. were right: the project is a disaster. Please do not believe anything you see on Wikipedia articles. If you are tempted to, please try the following experiment for a few weeks: write on an important subject that you know and care about; write your best, making sure to apply the strictest standards of scholarship and objectivity. Don’t spend too much time on it, but just do it right. Then wait a little. You’ll understand.” (Quelle)

Wikipedia hat einen Experten und Fan weniger.

Dieser Artikel wurde am 9. September von Elian verfasst. Er wurde aus dem Wikipedia:Kurier übernommen und wurde vom Autor unter die CC-BY-Lizenz – die auch für alle anderen Beiträge in diesem Blog gilt – gestellt.

3 Kommentare zu “Expertenfeindliches Klima?”

  1. synapsenschnappsen » links for 2006-09-10 schrieb:

    [...] Wikipedistik » Expertenfeindliches Klima? (tags: wikipedia Wikis wissenschaft) [...]

  2. Thilo Pfennig schrieb:

    Aus meiner Sicht ist das Problem der Wikipedia der “demokratische Ansatz” – und damit meine ich den Ansatz verschieden Positionen lieber neutral zusammenzufassen und keine widersprüchlichen Meinungen auszuhalten. Demokratie also im Sinner einer Mehrheit, die entscheidet was richtig ist anstatt die Sichtweise und Beiträge eines jeden zu würdigen. Dies ist aber nicht nur das Problem der Wikipedia sondern von jeder Form von Demokratie, da sie oft benutzt wird Minderheitsmeinung zu unterdrücken. Und das alles mit dem Anschein der Objektivität und Gerechtigkeit.

  3. hist.net Weblog » Blog Archive » Aus der Welt der Wikis: Die vielen Einzelnen und das eine Kollektiv in Wikipedia schrieb:

    [...] Und bei diesen Diskussionen geht es – natürlich – auch um Entscheidungsmacht. Diese ist bei Wikipedia (wie oft in solchen Community-basierten Projekten des web 2.0) nicht abgeleitet aus einer hierarchischen, auf (angenommener, oft auch behaupteter) Sachkompetenz beruhender Struktur (Abteilungs-, Forschungsleiter, Herausgeber, Lektor), sondern eher auf einer auf Engagement und Tätigkeitsausweis beruhender Meritokratie. Aber Konflikte wie jene von Bertrand Meyer, der noch vor wenigen Monaten Wikipedia lobte, und nun verzweifelt das Handtuch wirft, weil er sich mit seiner Auffassung eines Sachverhalts in einem spezifischen Artikel der Wikipedia nicht durchsetzen kann, gibt es auch in „Offline“-Situationen. Menschen haben verschiedene Ansichten, sie streiten darüber, am Schluss können sich gewisse Personen mit ihren Ansichten durchsetzen und – nein, auch in der Wissenschaft sind es nicht immer die wissenschaftlichen Argumente, die ausschlaggebend sind. In der Wikipedia wird der Konflikt immerhing transparent gemacht – er ist nachzulesen, jeder Interessierte kann sich selbst über den Gang der Argumentation ins Bild setzen. Ob das zum Verständnis des Konflikts bereits ausreicht, ist noch einmal eine andere Frage; ebenso, wer den Prozess überhautp analysieren will. [...]

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