Nachdem ich bereits am 24. Juni eine Leseempfehlung für einen Aufsatz eines US-amerikanischen Historikers ausgesprochen habe, folgt hier ein Hinweis auf einen weiteren Artikel – ebenfalls aus der Feder eines amerikanischen Historikers.
Marshall Poe beschreibt in dem Artikel The Hive, der in literarischen Zeitschrift The Atlantic Monthly, Volume 298 No. 2, September 2006 erschienen ist, die Entstehungsgeschichte der Wikipedia und legt dabei den Hauptaugenmerk auf den Background von Jimmy Wales und Larry Sanger.
Der Hauptartikel wird von Nebenartikeln, einem Interview und interessanten ansprechenden Grafiken gesäumt.
Olaf hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Von jedem anderem hätte ich es ignoriert, aber ihm mag ich es nicht abschlagen 🙂
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Israel, Libanon, Sex und die Tour de France – Die beliebtesten Seiten in der deutschsprachigen Wikipedia
28. Juli 2006 | Wikipedia-News, Wissenschaftliches | 6 Kommentare »
Der 19. Oktober 2004 gilt als schwärzester Tag für alle Wikipedia-Forscher. Das ist zwar etwas pathetisch formuliert, trifft es aber ziemlich genau. An diesem Datum – vor genau 647 Tagen – wurde aufgrund der verursachten Serverlast der in der WikiMedia-Software implementierte Aufrufzähler pro Artikel deaktiviert.
Seitdem ist es nicht mehr auf einfache Weise möglich herauszufinden, welche Artikel bei den Wikipedia-Nutzern besonders beliebt sind (genauer: besonders häufig aufgerufen werden).
Grundsätzlich muss man sich im klaren darüber sein, dass die auf diese Art erhobenen Zahlen nicht korrekt wären – sie könnten nur einen Anhaltspunkt liefern. Seit ihrem Start im Januar 2001 ist die Wikipedia von einer kleinen unbekannte Webseite nach Angaben von Alexa in die Top20-Webseiten weltweit aufgestiegen – in Deutschland gehört sie zu den Top5-Webseiten.
Dies führt dazu, dass es nicht mehr möglich ist, das Webangebot auf einem „einfachen Server“ zu hosten. Die Infrastruktur ist momentan auf mehr als 240 Server verteilt, die über vier Standorte auf drei Kontinenten verteilt sind. Der Kauf von 20 weiteren Servern wurde von der Wikimedia Foundation gerade beschlossen.
Dies ist einer der weltweit größten Server-Cluster, der komplett mit Freier Software betrieben wird und vermutlich der einzige, der fast ausschliesslich von etwa einem Dutzend ehrenamtlicher Administratoren aus aller Welt – USA, Australien, Großbritannien, Deutschland, Island, Frankreich und Litauen – betreut wird.
Seit letztem Monat gibt es eine neue Version (Beta 4) von Google Earth. Die Benutzeroberfläche wurde verbessert und vereinfacht und es existiert eine native Version für das Betriebssystem Linux. Nun macht Google Earth schon alleine Spaß – besonders nett ist allerdings, dass man auf einfache Weise Daten importieren kann.
Vor einigen Tagen hat Stefan Kühn nun seine Zusammenstellung der Wikipedia Geokoordinaten im Google Earth-Format aktualisiert. Sprich: Alle geokodierten Artikel der deutschsprachigen bzw. der englischsprachigen Wikipedia liegen in einer Datei vor, die direkt in Google Earth importiert werden kann. Das ungemein praktische Resultat sieht dann beispielsweise mit einem Zoom auf Köln so aus:
Ein weiterer Klick auf den Begriff „Wikipedia“ in der Sprechblase des im Screenshot ausgewählten Hänneschen-Theaters öffnet den dazugehörigen Wikipedia-Artikel im voreingestellten Browser. Sehr praktisch.
Im aktuellen Dump sind 37.384 geokodierte Artikel aus der deutschsprachigen Wikipedia enthalten – und 48.874 Stück aus der englischsprachigen. Weitere Informationen zur Geokoodierung in der Wikipedia gibt es auf den Seiten des WikiProjekt Georeferenzierung. Viel Spaß!
PS: Als kleines Dankeschön könnt Ihr Stefan durch die Teilnahme an einer 5-minütigen Onlineumfrage im Rahmen seiner Doktorarbeit unterstützen.
Relevanz per Abstimmung: Was ist wichtiger?
26. Juli 2006 | Wikipedia-News | Kommentare deaktiviert für Relevanz per Abstimmung: Was ist wichtiger?
Köln oder der Kurzkopfgleitbeutler?
Chiptunes oder die Olsen-Bande?
Die Evoke oder die Plattentektonik?
Alfred E. Neumann oder Helmut Kohl?
… oder doch die Computerkatze?
Augenscheinlich ist es nicht immer leicht, beliebige Lemmata gegeneinander zu gewichten und eines als wichtiger herauszufiltern, als das andere.
Schon bei der Betrachtung eines einzelnen Lemmas stellt sich die Relevanzfrage, die so ziemlich seit Anbeginn der Wikipedia, bzw. seit Anbeginn jeder Enzyklopädiezusammenstellung aufkommt und die Wikipedianer in Inklusionisten und Exklusionisten teilt. Ist ein Begriff relevant genug, um ihn in eine Enzyklopädie aufzunehmen? Ziel von Diderot und d’Alembert war die Sammlung des gesamten menschlichen Wissens – aber gehören da auch die Kuchenrezepte meiner Großmutter zu?
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