
Thomas Wanhoff hat heute per Twitter eine schöne Übersetzung für den Begriff “Bells and Whistles” gesucht.
Es gibt keine zufriedenstellende prägnante Übersetzung für diese relativ neue englische Redewendung.
Online-Wörterbücher wie dict.leo.org oder dict.cc schlagen den Begriff “Schnickschnack” vor, greifen damit aber viel zu kurz.
“Bells and whistles” sind Funktionen, die für das korrekte Funktionieren eines Produktes oder einer Anwendung nicht wirklich notwendig sind, aber die “user experience” spürbar verbessern.
Ein gutes Beispiel dafür die Typeahead-Funktionalität, die den meisten Benutzern das erste Mal bei der Autokomplettierung der Adresszeile im Browser über den Weg gelaufen sein dürfte. Nachdem man einige Zeichen eingetippt hat, vervollständigt der Browser die Adresse selbst oder bietet, falls mehrere Alternativen gefunden werden, ein Dropdown-Menü an, um die passende Adresse auszuwählen.
Mittlerweile gibt es – gerade in Web 2.0-Umfeld – eine ganze Reihe von Diensten im Web, die diese durch AJAX realisierte Funktionalität nutzen. Während im Browser-Beispiel auf die Historie zurückgegriffen wird, nutzt man im Allgemeinen während des Eintippens der entsprechenden Zeichenfolge eine (asynchrone) Datenbankabfrage auf Daten eines aktuellen Bestandes, um die Treffer als Auswahl anzubieten.
So fragt beispielsweise die Suchmaske auf dem Portal wikipedia.de bereits seit Juni 2007 die bestehenden Artikel der Wikipedia schon bei der Eingabe des Suchbegriffes ab (siehe auch Wikipedia.de in neuem Gewand).
Seit dem 22.04. ist ohne große Ankündigung in allen Wikimedia-Wikis eine Typeahead-Suche aktiviert. Die Suchbox fragt seitdem bei der Eingabe die existierenden Lemmata ab und blendet eine Dropdown-Box zur Auswahl ein.
Da dieses Feature ungemein praktisch ist, wundert es mich, dass bis auf Brion (der es zusammen mit Robert Stojnic umgesetzt hat) bisher niemand das Thema aufgegriffen hat.
Während dies für die Wikimedia-Projekte ein großer Schritt ist, bieten wir bei Wikia bereits seit geraumer Zeit eine Typeahead-Suche an. Aber da das ja nun ein alter Hut ist, haben wir uns überlegt, was man sonst noch so tun kann, um dem Nutzer sinnvolle Tools an die Hand zu geben.
Eine dieser Entwicklungen hört auf den Namen “Link Suggest” und ermöglicht – passend zum Thema – eine Typeahead-Auswahl existierender Artikel bei der Verlinkung im Bearbeitungsmodus. Nach der Eingabe von “[[” und folgenden Zeichen öffnet sich eine Dropdown-Box, aus der der zu verlinkende Artikel einfach ausgewählt werden kann.
Auf die gleiche Art und Weise können auch einfach Bilder (bzw. Thumbnails) eingebunden werden. Leider gibt es momentan noch einen Bug, der dazu führt, dass Link Suggest augenscheinlich nicht unter unixoiden Systemen funktioniert, aber wir arbeiten dran.
5. Mai 2008 um 08:52 Uhr
Ich finde Typeahead in der Regel störend. Ich tippe einfach zu schnell für viele Implementationen. Und das ist nicht besonders schnell.
5. Mai 2008 um 09:05 Uhr
Naja, abschalten kann man es immer… :-)
Ich nutze Typeahead bewusst. Gerade beim bewussten Verlinken geht immer eine ganze Zeit drauf, einen neuen Tab zu öffnen, den Artikel zu suchen, der verlinkt werden soll, und das Lemma zu kopieren um es in den ersten Tab mit dem Editierfenster zu pasten.
Auch bei der Suche ist es sehr hilfreich bei Lemmata, an deren Beginn man sich erinnert, aber sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern kann, wie der komplette Begriff geschrieben wird.
Was tatsächlich manchmal nervt ist die Überlagerung von Text/Buttons durch das eingeblendete Dropdown-Fenster.
5. Mai 2008 um 16:23 Uhr
Schön, da erfahre ich, dass eines der Features, die ich mir schon lange gewünscht habe, schon seid X Monaten eingebaut ist.
Ich habe seit Langem nur noch externe Suchmaschinen benutzt bzw die Wörter direkt in die URL eingetippt, deswegen habe ich das wohl nie bemerkt.
5. Mai 2008 um 17:23 Uhr
Joa, Typehead ist ganz nett, aber „Bells and Whistles“ triffts ganz gut. Was mich jetzt aktuell viel mehr interessieren würde – und daran wird gerade ja auch geschraubt – ist die Möglichkeit Bilder zu verschieben. Dann könnte man endlich diesen ganzen Bilderdateien mit komischen Namen wie DSCF45869.jpg auf sinnvollere verschieben.
5. Mai 2008 um 17:39 Uhr
Wird ja inzwischen (Oder? Ich habe es aktuell nicht ausprobiert.) dankenswerterweise beim Upload mit dem Hinweis auf einen unerwünschten Dateinamen abgebrochen. Aber Bilder umbenennen wäre wirklich hilfreich.
5. Mai 2008 um 17:45 Uhr
@ralph: “Monate” ist jetzt aber übertrieben (falls du dich auf die Wikipedia beziehst) … :-)
Lesenswert sind häufig die von Raymond gepflegten Wikipedia:Projektneuheiten-
6. Mai 2008 um 14:00 Uhr
@Tim
*rotwerd*
weniger übertrieben als in der Zeile verrutscht.
9. Mai 2008 um 23:12 Uhr
Ich fand es auch eher nervig und habe es gleich mal in den Einstellungen (rechts oben, wenn wann sich angemeldet hat) deaktiviert. Die Sichtweise mit dem bewussten Verlinken ist allerdings interessant. Da war ich bisher nicht drauf gekommen, aber dafür habe ich ja auch Firefox-Plugins wie Weekedit und die Kontextsuche per Rechtsklick.