
Die morgige Ausgabe des Sterns beschäftigt sich mit der Wikipedia als Titelthema. So ziert auch der Puzzleball das Cover des aktuellen Heftes.
Auf 13 Seiten (inkl. Bilder) beschäftigen sich die Autoren Horst Güntheroth und Ulf Schönert mit der Frage: “Wie gut ist Wikipedia?”. Neben einem Einblick in die Wikipedia und Porträts bekannter Wikipedianer, die durch den Fotografen Edgar Rodtmann in Szene gesetzt werden, stellt den wichtigsten Bestandteil ein Test von 50 Artikeln der deutschsprachigen Wikipedia dar.
Der Test wurde von einem unabhängigen Recherche-Institut – dem “Wissenschaftlichen Informationsdienst Köln” – durchgeführt. Und damit es etwas spannender wird, hat man die Einträge in der Wikipedia gegen die entsprechenden 50 Artikel aus dem kostenpflichtigen Onlineangebot des 15-bändigen Brockhaus, welcher laut BIFAB permanent aktualisiert wird, antreten lassen.
Die ausgewählten Artikel aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft, Kultur, Unterhaltung, Erdkunde, Medizin, Geschichte und Religion wurden anhand von fünf vier Kriterien bewertet. So wurde jeweils für Richtigkeit (40 %), Vollständigkeit (30 %), Aktualität (20 %) und Verständlichkeit (10 %) eine Schulnote vergeben. Diese bildeten zusammen pro Artikel eine Gesamtnote. (Die Gewichtung ist jeweils in den Klammern angegeben.)
Bei 43 der Stichworte schnitt Wikipedia besser ab, als die vergleichbaren Artikel aus dem Brockhaus. Bei 6 Artikeln lag der Brockhaus vorn und einmal gab es die gleiche Note.
Als Durschnittsnote über alle Bereiche errechnet sich damit für Wikipedia eine 1,7. Dies liegt um eine ganze Schulnote höher, als die der Brockhaus-Artikel, die im Schnitt nur eine 2,7 erzielten.
Ulf Schönert fasst das wie folgt zusammen:
Das Ergebnis war ganz eindeutig, dass Wikipedia sehr gut abgeschnitten hat. Sehr gut kann man auch in Schulnoten ausdrücken – das ist eine 1,7 geworden. Es ist eine komplette Schulnote besser als Brockhaus, den wir zum Vergleich hinzugezogen haben.
Und das hat uns sehr überrascht, dass das kostenlose Angebot, das ja nun von Laien erstellt wird, dem kostenpflichtigen Angebot, das von einer professionellen Redaktion gemacht wird, deutlich überlegen ist.
Gerade im Bereich Politik und Religion waren die Wikipedia-Artikel nach seiner Aussage “sehr, sehr gut”. Das bei der Wikipedia durch die Tester am häufigsten kritisierte Kriterium stellte die Verständlichkeit der Artikel dar. Hier liegt noch etwas Arbeit vor uns… :-)
Analog zu anderen Vergleichstests wurde in der Wikipedia eine Seite erstellt, um anhand der Untersuchungsergebnisse die entsprechenden Artikel weiter zu verbessern und Kritikpunkte auszuräumen. Um Mithilfe wird wie immer gebeten.
Warten wir einmal ab, wie lange es auf sich warten lässt, bis die Ergebnisse (ob berechtigt oder nicht) angegriffen werden :-).
PS: Abgerundet wird der Artikel noch durch ein Interview mit Jimbo – und interessant: kurzen Promi-Einschätzungen der Wikipedia-Artikel zu ihrem jeweiligen Fachgebiet durch Gerhard Ertl, Margot Käßmann, Ranga Yogeshwar, Frank Schätzing, Sarah Wiener und Rolf Seelmann-Eggebert.
PPS: Eine interessante Lektüre, für die ich morgen trotz Krankheit zum Kiosk pilgern werde.
5. Dezember 2007 um 18:29 Uhr
[...] morgen eine Titelstory über die Wikipedia bringen wird. Über den Inhalt des Artikels hat avatar schon ausführlich berichtet, so dass ich mir das hier sparen [...]
5. Dezember 2007 um 23:16 Uhr
[...] geht es aber morgen früh erst einmal zum Zeitschriftenhändler, um den neuen Spiegel mit Wikipedia-Artikel zu kaufen. Am Samstag geht’s nach Colmar auf den Weihnachtsmarkt, morgen kommt der Nikolausi und [...]
5. Dezember 2007 um 23:16 Uhr
Noch einmal schlafen…
Juhu. Morgen ist mein letzter Arbeitstag für dieses Jahr, wenn man mal von den zwei Tagen Open-Office-Seminar kurz vor Heilig Abend absieht. Da musste ich mich heute in der UB doch glatt mal mit Urlaubsliteratur eindecken. So habe ich mir ein Buch üb…
5. Dezember 2007 um 23:46 Uhr
[...] behauptet. Die Wikipedia schlägt derweil wieder einmal in einem Test, dem Stern-Test, den Online-Brockhaus. Tja, und weil sie so gut ist, und Google zu Wikis und Blogs eine technisch [...]
6. Dezember 2007 um 01:28 Uhr
[...] Beat Döbeli [↩]Vgl. Weblog-Einträge zu Nature-Studie und zu ct-Test [↩]Hilfreich die kurze Zusammenfassung bei Wikipedistik-Blogger Tim Bartel [↩]anlässlich seines Vortrags zur Eröffnung der GMW07 [...]
6. Dezember 2007 um 15:16 Uhr
[...] Stern-Titelthema: Wie gut ist Wikipedia? [...]
6. Dezember 2007 um 21:11 Uhr
[...] dann die Wikipedia-Google-Verschwörung (Mathias Schindler berichtete), die Titelstory im Stern (Tim Bartel berichtete), und jetzt auch noch eine Strafanzeige wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole [...]
7. Dezember 2007 um 09:30 Uhr
[...] Bartel schreibt zu den Ergebnissen in seinem Wikipedistik-Blog: Bei 43 der Stichworte schnitt Wikipedia besser ab, [...]
8. Dezember 2007 um 02:24 Uhr
In einem Punkt irrt der stern natürlich gewaltig: Fast kein Wikipediartikel ist von Laien, es sind größtenteils Amateure und zum Teil gestandene Profis.
12. Dezember 2007 um 14:23 Uhr
Was übrigens helfen würde, wäre, den Wissenschaftl. Informationsdienst Köln nicht als “unabhängiges Rechercheinstitut” zu bezeichnen sondern erstens richtig als “Wissenschaftl. Informationsdienst Köln GMBH” (da war der Stern ja noch fairer) zu titulieren, und zweitens mal die Unabhängigkeit zumindest dahingestellt zu lassen – hier hat eine Firma (Stern) eine andere Firma bezahlt, um eine “Studie” durchzuführen, und diese “Studie” (man kommt sich leider vor wie weiland die Bild, wenn sie “DDR” schrieb) war – zumindest soweit sie publiziert ist – fachlich miserabel durchgeführt.
Man sollte “Massenmedium” und “Informationsquelle” eben nicht miteinander verwechseln.
Uli
Wikiweise – besser zu Wissen
12. Dezember 2007 um 14:32 Uhr
Die von dir kritisierte Formulierung “unabhängiges Rechercheinstitut” stammt aus dem Stern.
29. März 2008 um 05:27 Uhr
[...] Interessanterweise erwähnt und verlinkt die Pressemitteilung der WMF auch den Brockhaus-Wikipedia-Vergleichstest des Sterns. [...]
10. August 2008 um 19:16 Uhr
Ich schreibe nebenberuflich für eine Tageszeitung und nutze die Wikipedia. Ich habe es mir angewöhnt, grundsätzlich auch die Diskussionsseiten zu lesen. Außerdem: Glaube nichts, was du von jemandem über einen Dritten hörst, hinterfrage immer alles, selbst wenn du diesen Dritten zu kennen glaubst. Dadurch, dass in die Wiki jeder schreiben kann und der ernsthaft bemühte Autor das nicht unbedingt bemerken muss, besteht auch die Gefahr von falschen Informationen. Eigentlich wollte ich sagen, dass mir das Ergebnis des Vergleiches zwischen den Nachschlagewerken egal ist: Wenn ich an eine falsche Info gerate, ist das eine Katastrophe.