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Unter der Überschrift “Wikileaks: Geheimnisverrat bei Wikipedia” hat die Welt heute im Ressort einen unerfreulichen Artikel des Autors Hendrik Werner über das Projekt Wikileaks veröffentlicht. Unerfreulich deshalb, da im Artikel Wikileaks als Ableger der Wikipedia dargestellt wurde.

Einige Kostproben:

Wikileaks ist der jüngste Ableger des Online-Lexikons Wikipedia.

Tatsächlich: Neben der längst breitenwirksamen Lancierung von Konsenswissen wollen die Internet-Enzyklopädiker mit dem exhibitionistischen Willen zur Subversion jetzt auch noch unzugängliches, angeblich unterdrücktes Wissen streuen [...]

Wikileaks dagegen, das im Windschatten seines stolzen Mutterschiffs Wikipedia segelt, sieht kein Glaubwürdigkeitsproblem.

Da die Wikimedia Foundation und “die Wikipedia” nicht nur nichts mit dem Projekt zu tun haben – auch wenn die Betreiber von Wikileaks das gerne und vermutlich bewusst anders darstellen – sondern schon der grundsätzliche Ansatz mit den Ansprüchen der Wikipedia nicht vereinbar ist, habe ich mich umgehend an die Verantwortlichen gewandt, um das Thema zu klären.

Nach einem Telefonweiterverbindungsmarathon hatte ich ein kurzes Gespräch mit dem verantwortlichen Redakteur Dirk Nolde, der mir zusicherte, sich umgehend darum zu kümmern. Und tatsächlich – nicht einmal eine Viertelstunde nach Beendigung des Gesprächs war der Artikel, jetzt unter dem Titel “Neue Website: Geheimnisverrat bei Wikileaks“, bereits angepasst:

Vor allem um die Enthüllung geht es der Internet-Seite www.wikileaks.org. Die hat mit der Internet-Enzyklopädie Wikipedia nur einen Namensbestandteil gemeinsam (tatsächlich distanziert sich Wikipedia von Wikileaks), [...]

Eine erstaunliche Re(d)aktionsgeschwindigkeit, wenn ich meine sonstigen Erfahrungen aus der Vergangenheit als Maßstab nehme. Ich bin sehr positiv überrascht.

PS: Bereits in der Vergangenheit sind andere Autoren auf die irreführenden Hinweise von Wikileaks hereingefallen oder erweckten den Anschein, dass Wikileaks ein WMF-Projekt sei, bzw. mit der Wikipedia in Verbindung stehen würde. Zuletzt war dies im Posting und der Pressemeldung des Düsseldorf-Blogs der Fall.

2 Kommentare zu “Beeindruckende Re(d)aktionsgeschwindigkeit”

  1. René Fahr schrieb:

    Hallo Tim,

    dies wurde schon am 20.01. im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung (Printausgabe) so dargestellt.

    Schon Titel und Untertitel wiesen auf die Verbindung zu Wikipedia hin, auf die ich auch hereingefallen bin:

    “Ich verrate Ihnen jetzt mal was! -Wikis jüngster Ableger sammelt angebliche Geheimdokumente”

    Eine wirklich erstaunlich Redaktionsgeschwindigkeit! Grüsse, rf

  2. Thomas Wanhoffs Weblog » Eigenlob, sozusagen: Die Welt vs. Wikipedia schrieb:

    [...] Ich bin ja nicht eingebunden in die Redaktion hier bei der Welt, habe aber am Rande mitbekommen, wie Fehler gemacht und auch wieder ausgebügelt werden. Es ging um das Wikileaks-Projekt, was bisweilen Journalisten, die nur Wiki hören, mit der Wikipedia in Verbindung bringen. So auch die Kollegen im 15. Stock hier in Berlin. Bekamen aber einen Hinweis, und – schwupp – besserten nach. Lob gab es von Tim Bartel [...]

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