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Elephants Dream (Wikipedia-Artikel) ist ein sehenswerter computer-generierter Kurzfilm, der fast ausschließlich mit Freier Software erstellt wurde.

Das von einem internationalen Team umgesetzte zehnminütige Abenteuer zeigt die Geschichte von Emo und Proog, die in einer riesigen Maschine gefangen zu sein scheinen. Der Film (einschließlich der Produktionsdateien) steht unter der CC-BY 2.5-Lizenz und darf somit beliebig weiterverbreitet und auch verändert werden (solange auf die Urheber hingewiesen wird).

Elephants Dream
Emo und Proog auf ihrem Weg durch die Maschine.

Elephants Dreams kann zum einen in verschiedenen Formaten auf der Webseite heruntergeladen werden – zum anderen wird der Film auf DVD verkauft. Womit wir dann auch beim eigentlichen Thema wären…

Die DVD-Version enthält Untertitel in 34 verschiedenen Sprachen. Während der Arbeit am DVD-Menü wurde die Entscheidung getroffen, statt der englischen Namen (“Japanese”) die jeweiligen Bezeichnungen der Muttersprache (“日本語”) zu verwenden. In der Wikipedia haben wir uns bei den Interwiki-Links ebenfalls so entschieden: Wenn ein Artikel in einer anderen Sprachversion existiert und verlinkt ist, so wird in der Menüleiste am linken Bildschirm unten die jeweilige Sprachbezeichnung eingeblendet.

Dies war auch dem DVD-Ersteller bekannt und da er nicht 34 Sprachen spricht, stand er vor dem Problem, sich die jeweiligen Sprachbezeichner besorgen zu müssen. Die Idee in der Wikipedia nachzuschlagen, lag da nahe.

Wie in solchen Fällen üblich, kam Finagle’s Law (in Deutschland oftmals falsch als Murphy’s Law angesehen) zum Zuge:

Anything that can go wrong, will – at the worst possible moment.

Kurz vor der Übernahme der Sprachbezeichner wurde der Artikel über die katalanische Sprache vandaliert. Die Sprache “català” wurde zu “Polaco”.

Zur Bedeutung:

“Polaco” (”polish”) it’s a Spanish insult for Catalan people that shown the lack of undertanding that existed (and still exists) in Spain for the Catalan cuture. The word was created beacause some narrow minded Spanish taht were not Catalan, began to say that Catalan language sounded “like Polish”. This insult was common in the fascist dictatorship (1939-1976), may be because Poland was a socialist country and most of the defenders of the democracry were instulted as “reds”. Catalonia standed in the losing side of the Civil War, the side that defended the 2nd Spanish Republic (the democratic state).

Dieser Vandalismus wurde knapp 12 Stunden später wieder rückgängig gemacht – aber da war es schon passiert. Aufgrund des Zeitdrucks wurde die vandalierte Version auf den DVD-Master übernommen.

Ergebnis: Auf jeder DVD steht nun “Polaco” im Sprachauswahl-Menü für die katalanische Sprache. Mit einer “stabilen” Artikelversion wäre dies wohl nicht passiert.

5 Kommentare zu “Elefantenträume und stabile Versionen”

  1. Torsten schrieb:

    Ich frage mich oft, warum Vandalen nicht etwas intelligenter vorgehen. Hätte der Vandale nicht nur die Übersetzung verfälscht, sondern auch ein bis zwei sinnvolle Sätze ergänzt, wäre dies unter dem Radar der meisten Admins und Editoren geblieben.

  2. Tim Bartel schrieb:

    In diesem Fall glaube ich das eher nicht. Der Artikel wird sicherlich auf der Beobachtungsliste von Personen stehen, die sich mit dem Thema etwas auskennen. Die Veränderung von “català” auf “Polaco” ist zu auffällig sie zu verstecken.

    Ich will hier ja jetzt keine Vandalenanleitungen verfassen, aber zu einer guten Überlebenschance trägt es bei, Änderungen vorzunehmen, die für den nachfolgenden Leser extrem schwer nachzuvollziehen sind. Beispielsweise pseudo-wissenschaftliche Aussagen (ggf. mit Fremdwörtern) “belegt” durch erfundene Offline-Quellenangaben und nach dieser Änderung dann eine oder mehrere korrekte Änderungen am gleichen Artikel nachzuschieben.

  3. Torsten schrieb:

    Och, die Übersetzungen sind ganz am Ende des Artikels – das übersieht man leicht. Vor allem wenn man leicht die Formatierung ändert – das diff ist dann viel bunter als man meinen würde.

    “Der Artikel wird sicherlich auf der Beobachtungsliste von Personen stehen, die sich mit dem Thema etwas auskennen.”
    Und auf Beobachtungslisten von Leuten, die sich nciht auskennen. Und viele, die sich halb auskennen.

    Beeindruckend finde ich manchmal, wie schnell manche angemeldeten Nutzer in einern Artikel, der zur Schnellöschung ansteht noch eine Wikipedia-konforme Formatierung einfügen oder [[Kategorie:Frau]] ergänzen. Wenn man soclhe Mechanismen geschickt ausnutzt, braucht man nicht mal Fremdwörter – und kein Ansatz stabiler Artikelversionen hilft dagegen.

  4. Tim Bartel schrieb:

    Hm, bei deinem letzten Abschnitt habe ich den Faden verloren. Im Beispiel des vorliegenden Artikels würde sich der Nachschlagende auf stabile Artikelversionen beschränken. Somit müsste der Vandalismus erst einmal in eine als stabil gekennzeichnete Version reinrutschen – aber gerade das sollen die stabilen Versionen ja verhindern. (Auch wenn das sicherlich nicht zu 100% funktionieren wird.)

  5. flm.twoday.net schrieb:

    Wikipedia als Datenquelle …

    Via Tim Bartels “Wikipedistik”-Blog:
    Ich bin ja Wikipedia-Fan (und -Forscher). Aber das hier ist ein zu sch…

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